Mittelmeerkrankheiten
- Leishmaniose, Ehrlichiose, Herzwürmer und Co. -

Der eigene Hund im Urlaub:
Da die meisten Menschen zwischenzeitlich mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen, nehmen nur noch wenige ihren Hund mit. Der Stress mit der Flugbox im Frachtraum ist für 1-2 Wochen in südländischer Hitze wohl nicht sinnvoll, vor allem weil die Hunde meist gar nicht in der Hitze schmoren wollen. Trotzdem gibt es natürlich Menschen, die nicht auf ihren Begleiter, aber auch auf den Urlaub im Süden nicht verzichten möchten. Dann jedoch sollte man zumindest rechtzeitig Informationen über Vorbeugung einholen, damit der Hund nicht an Parasiten aus dem Urlaub schwer erkrankt. Viele der sogenannten Mittelmeerkrankheiten gibt es zwischenzeitlich auch an wenigen Regionen in Deutschland, trotzdem sollte man kein Risiko eingehen. Bestimmte Gifthalsbänder schützen vor der Sandmücke, die Leishmaniose überträgt etc. Allerdings muss man diese Halsbänder, Spot-ons etc. bereits einige Zeit vor der Reise anbringen, deshalb bitte unbedingt rechtzeitig und umfangreich informieren. Da ich kein Tierarzt bin, möchte ich dieses Thema lieber mit Links abhandeln, wobei ich über deren Aktualität oder Korrektheit natürlich nichts sagen kann.

C.A.N.I.Fair e.V. (Tierschutz in Ungarn und Spanien)

Sandmücken und Leishmaniose (von Torsten J. Naucke)

Parasitus Ex e. V. (Verein, der Informationen über durch Parasiten ausgfelöste Krankheiten zur Verfügung stellt)

Auslandstierschutz:
Hunde in ausländischen Tötungsstationen oder auch Tierheimen sind oft nicht nur durch Einschläfern bedroht, sondern sterben auch mangels Impfung an Seuchen oder werden wegen der überfüllten Zwinger einfach tot gebissen. Daher finde ich die Frage, warum man Hunde aus dem Ausland holt immer sehr naiv. Die meisten Tierschützer holen aus dem Ausland Hunde, für die in Deutschland Nachfrage besteht, vor Ort jedoch nicht. Junge Hunde, erwachsene Rassehunde, kleine, süße Mixe, Welpen. Würden diese Hunde im Ausland sterben, würde das für die Langzeitinsassen in deutschen Tierheimen nichts ändern. Sogenannte Kampfhunde, große, dunkle Hunde, alte Hunde, kranke oder behinderte Hunde, verhaltensauffällige Hunde.... Niemand gibt einem alten, möglicherweise HD geplagten Schäferhund eine Chance, nur weil er den süßen kleinen Wuschel aus Spanien nicht bekommt. Dann kauft er eben einen kleinen Wuschel beim Züchter oder schlimmsten Falls sogar beim Hundehändler. Natürlich sollte Auslandstierschutz vor allem vor Ort helfen mit Kastrationsprojekten, Aufklärungskampagnen und Impfaktionen, doch in Deutschland leicht vermittelbare Hunde sollten meiner Meinung nach eine Chance bekommen, wenn sie vor Ort kein Zuhause finden, weil es dort eben jede Menge Billigwelpen gibt und kaum Nachfrage nach älteren Hunden.
Interessenten für Auslandshunde sollten sich über die diversen Krankheiten informieren, diese jedoch auch nicht überbewerten. Auch in Deutschland tauchen immer mehr dieser Krankheiten auf, da die globale Erwärmung den Lebensraum von Mücken und Zecken verändert und auch das eine oder andere Insekt / Spinnentier mit dem Auto oder Flugzeug aus dem Urlaub kommt. Die Hunde sind da weniger das Problem als die Fahr- und Flugzeuge voller Urlauber. Trotzdem würde ich einen Hund aus dem Süden auf die diversen Mittelmeerkrankheiten testen lassen bevor oder gleich nachdem er nach Deutschland kommt. Da man diese Krankheiten jedoch (ähnlich wie HIV beim Menschen) nicht sofort nach der Ansteckung feststellen kann, sollte der Test vom neuen Besitzer 6 Monate nach Ankunft in Deutschland wiederholt werden.
Infoblatt von Parasitus Ex e.V. finden Sie unter http://www.parasitus.com/parasitus/traumhund.pdf

Abgesehen von den Krankheiten sollte man sich immer überlegen, ob man sich einen Hund nur mit Bild und Beschreibung bestellen sollte oder doch lieber einen aufnimmt, der bereits in Deutschland auf einer Pflegestelle ist, wo man ihn persönlich kennenlernen kann und erst dann entscheiden muss, ob man ihm ein Zuhause für immer geben will oder nicht. Es ist weniger wichtig, woher er stammt als ob die "Chemie" stimmt und Hund und Mensch zusammen passen. Ein geeigneter Zwischenweg ist die von vielen Vereinen angebotene Möglichkeit, einen Hund aus dem Ausland in Pflege zu nehmen und erst dann zu entscheiden, ob man ihn für immer aufnehmen möchte oder ihn nur behält, bis sich ein anderes Zuhause findet. Das nennt sich dann Pflegestelle mit Option Übernahme.

Vermittlungsseiten für Nothunde: Dalmatiner-in-Not.de/DiN.htm



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