Auslandstierschutz:
Hunde in ausländischen Tötungsstationen oder auch
Tierheimen sind oft nicht nur durch Einschläfern bedroht, sondern
sterben auch mangels Impfung an Seuchen oder werden wegen der
überfüllten Zwinger einfach tot gebissen. Daher finde ich die
Frage, warum man Hunde aus dem Ausland holt immer sehr naiv. Die
meisten Tierschützer holen aus dem Ausland Hunde, für die in
Deutschland Nachfrage besteht, vor Ort jedoch nicht. Junge Hunde,
erwachsene Rassehunde, kleine, süße Mixe, Welpen.
Würden diese Hunde im Ausland sterben, würde das für die
Langzeitinsassen in deutschen Tierheimen nichts ändern. Sogenannte
Kampfhunde, große, dunkle Hunde, alte Hunde, kranke oder
behinderte Hunde, verhaltensauffällige Hunde.... Niemand gibt
einem alten, möglicherweise HD geplagten Schäferhund eine
Chance, nur weil er den süßen kleinen Wuschel aus Spanien
nicht bekommt. Dann kauft er eben einen kleinen Wuschel beim
Züchter oder schlimmsten Falls sogar beim Hundehändler. Natürlich
sollte Auslandstierschutz vor allem vor Ort helfen mit
Kastrationsprojekten, Aufklärungskampagnen und Impfaktionen, doch
in Deutschland leicht vermittelbare Hunde sollten meiner Meinung nach
eine Chance bekommen, wenn sie vor Ort kein Zuhause finden, weil es
dort eben jede Menge Billigwelpen gibt und kaum Nachfrage nach
älteren Hunden.
Interessenten für Auslandshunde sollten sich über die
diversen Krankheiten informieren, diese jedoch auch nicht
überbewerten. Auch in Deutschland tauchen immer mehr dieser
Krankheiten auf, da die globale Erwärmung den Lebensraum von
Mücken und Zecken verändert und auch das eine oder andere
Insekt / Spinnentier mit dem Auto oder Flugzeug aus dem Urlaub kommt.
Die Hunde sind da weniger das Problem als die Fahr- und Flugzeuge
voller Urlauber. Trotzdem würde ich einen Hund aus dem Süden
auf die diversen Mittelmeerkrankheiten testen lassen bevor oder gleich
nachdem er nach Deutschland kommt. Da man diese Krankheiten jedoch
(ähnlich wie HIV beim Menschen) nicht sofort nach der Ansteckung
feststellen kann, sollte der Test vom neuen Besitzer 6 Monate nach
Ankunft in Deutschland wiederholt werden.
Infoblatt von Parasitus Ex e.V. finden Sie unter http://www.parasitus.com/parasitus/traumhund.pdf
Abgesehen von den Krankheiten sollte man sich immer überlegen, ob
man sich einen Hund nur mit Bild und Beschreibung bestellen sollte oder
doch lieber einen aufnimmt, der bereits in Deutschland auf einer
Pflegestelle ist, wo man ihn persönlich kennenlernen kann und erst
dann entscheiden muss, ob man ihm ein Zuhause für immer geben will
oder nicht. Es ist weniger wichtig, woher er stammt als ob die "Chemie"
stimmt und Hund und Mensch zusammen passen. Ein geeigneter Zwischenweg
ist die von vielen Vereinen angebotene Möglichkeit, einen Hund aus
dem Ausland in Pflege zu nehmen und erst dann zu entscheiden, ob man
ihn für immer aufnehmen möchte oder ihn nur behält, bis
sich ein anderes Zuhause findet. Das nennt sich dann Pflegestelle mit
Option Übernahme.